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Digitales Lernen in Schulen zeitgemäß gestalten

Dies ist ein Gastbeitrag unseres Kooperationspartners Scobees. Scobees ist ein digitales Tool mit dem individualisiertes Lernen für alle zugänglich gemacht und durch Lernbegleitung digital einfach organisiert wird. Das Ziel von Scobees ist es, Lernende in das Zentrum von Handlungen zu stellen und ihnen eine aktive Teilhabe zu ermöglichen, damit Lernprozesse nachhaltig und zukunftsorientiert gestaltet werden können. Lehrer*innen haben dabei jederzeit Einblick in die individuellen Lernentwicklungen, stellen Inputs nach dem persönlichen Lernbedürfnis und Lerntyp zur Verfügung und begleiten die dynamischen Lernprozesse individuell.

Wenn ich an meine Schulzeit zurückdenke, erinnere ich mich an Lehrerinnen und Lehrer, die versucht haben, uns vorrangig frontal von der Tafel aus Wissen zu vermitteln. Ich denke ebenso daran, wie andere Mitschülerinnen und Mitschüler die Aufgaben in Mathe viel schneller begriffen haben. Und wie langweilig mir wiederum oftmals in Englisch war, weil ich die Aufgaben schon früher als die anderen erledigt hatte. Die meisten meiner Mitschüler*innen waren von diesem System ähnlich frustriert wie ich.

Nach wie vor arbeitet die überwiegende Zahl der Schulen in einem Konstrukt, in festen Strukturen, die es erschweren, auf individuelle Lerntypen und unterschiedliche Fähigkeiten einzugehen. In diesem Beitrag möchten wir euch zeigen, wie durch die Benutzung des Scobees Tools diese Strukturen an Projektschulen aufgebrochen, ein Wandel der Lernkultur erzielt und digitales Lernen umgesetzt werden konnte. Wir möchten euch mit auf eine Reise in Schulen nehmen, die alles geben, um mit einem ganzheitlichen Konzept Schüler*innen auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten.

Wege in eine Kultur für digitales Lernen erleichtern

In der Kultur der Digitalität haben sich die Rahmenbedingungen für den Alltag verändert. Kultur der Digitalität bedeutet dabei explizit NICHT die reine Nutzung digitaler Tools und Hilfsmittel, sondern eine transformative Veränderung von Informations- und Kommunikationsstrukturen, sowie Möglichkeiten (Inputs) von Wissenschaft und Wirtschaft. In dieser neuen Umgebung nachhaltig und zum Wohle der globalen Gesellschaft aktiv zu sein, benötigt eine neue Grundhaltung zu Lernen und Veränderung in einer digitalen Welt – insbesondere in einer Haltung der Offenheit und Wachstumsmentalität in Bezug auf Herausforderungen der Zukunft und kontinuierliche Veränderungen  (zur Vertiefung sehr zu empfehlen:  “Was ist Digitalität” von Dr. Uta Hauck-Thum und Jörg Noller). Wie können wir Schüler*innen auf diese Zukunft vorbereiten?

OECD Lernkompass, der die Gestaltung zeitgemäßer Bildung abbildet.
OECD Lernkompass 2030

Lokale und auch internationale Studien, wie z.B. das Rahmenkonzept der OECD “Future of Education 2030”, bieten hier wertvolle Ansätze in Bezug auf die Notwendigkeit, Rahmenbedingungen von Bildung im schulischen Konzept nachhaltig zu verändern. Der OECD Lernkompass skizziert zentrale Veränderungsprozesse und die daraus resultierenden Leitlinien für eine zeitgemäße Lehr- und Lernkultur.

Gerade die Notwendigkeit für die Gestaltung eigener Lernentwicklung und Kompetenzen-Orientierung ist in diesem Zusammenhang elementar für eine zukunftsfähige Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen. Dabei geht es nicht nur um individuelle sondern auch um kooperative Lernszenarien für Schülerinnen und Schüler. So wie es auch in der Gesellschaft das Zusammenspiel von persönlicher und gemeinschaftlicher Entwicklung braucht, um nachhaltig erfolgreich zu sein.

Die Lebens- und Arbeitswelt nach der Schule im Jahre 2021 benötigt nicht mehr nur fachliche Kompetenzen, sondern insbesondere auch überfachliche Kompetenzen wie z.B. den Umgang mit Komplexität und Informationsüberflutung, oder Projekt- und Kommunikationskompetenzen. Dabei ist es essentiell, dass junge Menschen lernen, ihre eigenen Stärken zu erkennen und zu schätzen. So können sie auf Basis eines positiven geprägten Selbstbildes an den eigenen Entwicklungsbereichen arbeiten. Aber wie kann eine Schule als Organisation solche individuellen Prozesse fördern?

Auch ein langer Weg beginnt mit dem ersten Schritt

Gemeinsam mit einigen Konzeptschulen hat Scobees 2019 ein Tool entwickelt, das genau die beschriebene Art zukunftsfähiges und digitales Lernen unterstützt. Scobees befähigt Schulen und Bildungsorganisationen dazu, individualisiertes, kompetenzorientiertes und digitales Lernen Realität werden zu lassen und schafft dabei, z.B. durch kooperative Ansätze und nutzerfreundliche Datenanalyse, Kapazitäten für individuelle Begleitung und Förderung der Schüler*innen. Scobees wird seither agil und in engem Austausch mit seinen Nutzer*innen weiterentwickelt. Dadurch erhalten pädagogische und schulentwicklungsrelevante Themen regelmäßig Einzug in die Konzipierung der Weiterentwicklung.

Einige Konzeptschulen waren schon sehr weit darin “Schule neu zu denken”, andere standen noch am Anfang dieses Prozesses. Jedes Kollegium konnte aber durch die Arbeit mit Scobees für sich und insbesondere für die Schüler*innen wertvolle Ansätze definieren, umsetzen und seitdem weiterentwickeln.

Praxisbeispiel RGS Marburg

Alles ist möglich!

Schüler*innen betreiben eigenständiges digitales Lernen im PerLenWerk an der RGS Marburg. Es gibt viele Gruppen Tische und es ist gemütlich.
Das PerLenWerk an der RGS Marburg

An der Richtsberg Gesamtschule (RGS) Marburg bestimmen die Schüler*innen, unterstützt durch den Einsatz von Scobees, in freien Lernsettings aktiv ihre Handlungen selbst und werden im Lernen individuell und in Gruppen begleitet. Lehrer*innen haben die kreative Freiheit, Lerneinheiten neu und weiter zu entwickeln, weiterführende Impulse zu setzen und diese je nach Lernbedarf und gemeinsam definierten Entwicklungszielen für die Schüler*innen  zur Verfügung zu stellen. In einer Beziehungs- und Feedbackkultur werden Schüler*innen kontinuierlich begleitet. Sowohl die Lernbegleiter*innen als auch die Schüler*innen wissen, wo die individuellen Stärken liegen und wo sie weiter ansetzen können. Die Lehrpersonen arbeiten kollaborativ im Team, nutzen die Materialien der Kolleginnen und Kollegen (KuK) und können in Scobees über das digitale Lerntagebuch gemeinsam die Lernwege von Schüler*innen begleiten.

Praxisbeispiel Gesamtschule Höhscheid

Nachhaltige agile Schultransformation innerhalb gegebener Strukturen

Die Scobees Konzeptschule Gesamtschule Höhscheid begann 2014 in einem “klassischen” Schulsetting mit der Vision, Schule neu und zukunftsgerichtet zu denken. Um den Weg hin zu einer modernen Lernkultur zu ebnen, ist es von besonderer Relevanz, dass die Schulen und insbesondere die Lehrer*innen hinter diesem Wandel stehen. Unterricht muss völlig neu gedacht werden. Lehrer*innen müssen auf ihre neue Rolle vorbereitet werden. Steuergruppe und Kollegium in Höhscheid gestalteten den gemeinsamen Veränderungsprozess anhand des Change-Management Modells nach John Kotter.

“Um eine alternative Lernkultur an einer Schule umzusetzen, müssen wir sowohl Schülerinnen und Schüler auf ein selbstständiges Lernen vorbereiten, als auch die Haltung und Werte der Lehrkräfte ändern”

Dirk Braun – Schulleiter Gesamtschule Höhenscheid, Solingen

Seit 2019 setzt die Gesamtschule Höhscheid Scobees ein. Lehrer*innen können ihre Aufgaben in Scobees anlegen und den Schüler*innen zur Verfügung stellen. Diese können innerhalb der Lernzeit nun aus dem großen Aufgabenpool auswählen, mit welchem Fach sie sich gerade beschäftigen, und ob sie lieber eine Aufgabe in Gruppen- oder Einzelarbeit bearbeiten möchten. Lehrer*innen können ihre erstellten Lehrmaterialien anderen Lehrkräften innerhalb der Schule oder sogar von anderen Schulen zur Verfügung stellen. Da jeder seinen Unterricht mit unterschiedlichen Schwerpunkten erstellt, entsteht somit eine riesige Auswahl an Aufgabentypen, aus der die Schüler*innen auswählen können.

Schüler*innen können ihre Woche in Scobees planen, sich Ziele setzen und To Do´s festlegen. Wenn sie eine Aufgabe fertiggestellt haben, können sie bewerten, wie sie damit zurechtgekommen sind. Dies ermöglicht es den Lehrer*innen, mehr auf ihre Schüler*innen einzugehen, sie zu fördern und zu fordern.

Blick in die Zukunft

Was wir mit Scobees aktiv voranbringen möchten, ist eine moderne Lernkultur, in der Schüler*innen dazu befähigt werden, eigenständig ihre Lernatmosphäre zu gestalten. Sie können eigenständig entscheiden, ob sie sich in der Lernzeit gerade lieber mit Mathe oder – wie ich früher – lieber mit Englisch beschäftigen möchten, ohne dabei zentrale wichtige Kompetenzen zu vernachlässigen. Lehrer*innen können ihre Lehrinhalte zielgerichtet so ausrichten, dass ihre Schüler*innen je nach Bedarf gefördert und gefordert werden. Sie erlernen dadurch heute schon die Futureskills, mit denen sie gestärkt in die Zukunft mit all ihren Herausforderungen gehen können. So macht Schule wieder Spaß!

Kleiner Weiterbildungs-Tipp: In der beWirken Ausbildung zur Lernbegleiter*in, gehen wir auf Scobees als digitales Tool zur Unterstützung für mehr Lernbegleitung in Schulen ein. Gleichzeitig geht es in der mehrteiligen Weiterbildung um die pädagogische Haltung einer Lernbegleiter*in, welche die moderne Lernkultur – wie in diesem Artikel beschrieben – in dem eigenen Klassenzimmer fördert.

Über die Autorin

Nele Lanfermann arbeitet im Marketing bei Scobees. Ihre Liebe zur Bildung hat sie erst spät entdeckt, vorher hat sie ihr Studium in Gesundheitskommunikation abgeschlossen. In ihrer Freizeit ist sie ehrenamtlich für das Kinderkrebsprojekt Fruchtalarm tätig. Nele´s Vision ist, dass die spätestens während der Corona-Pandemie aufgetauchten Probleme im Bildungssystem als Chance genutzt werden und nicht einfach so weitergemacht wird wie zuvor. Dafür setzt sie sich mit ihrer Arbeit bei Scobees aktiv ein.

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