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Quo Vadis Lehrer*in?

Wird der Lehrberuf bald überflüssig?

Nicht zuletzt die aktuelle Gesundheitskrise hat uns allen einmal mehr vor Augen geführt: Die gängige Lehr-Lern-Praxis im Schulsystem muss grundlegend überdacht werden.

Viele Lehrkräfte, Schulleitungen, Schüler*innen und andere Bildungsenthusiast*innen haben sich schon auf den Weg gemacht. Sie haben – und das nicht nur in den letzten eineinhalb Jahren! – gezeigt, dass mit Kreativität, Improvisationstalent, Gestaltungswillen und natürlich auch mit hilfe vielfältiger digitaler Möglichkeiten, Veränderungen im Lehr-Lern-Geschehen möglich sind. Und dennoch: Dass mittlerweile zunehmend mehr Schulen, Lehrende sowie Schüler*innen über ein technisches Gerät verfügen, das neue Formen des Lehrens und Lernens ermöglicht, wäre vor der Pandemie in dieser Form sicherlich wünschenswert gewesen, war aber schlichtweg keine Realität. Mit Beginn der Pandemie waren die Schüler*innen plötzlich von der Anwesenheitspflicht in der Schule entbunden und lernten nun mit deutlich weniger Kontrolle, dafür aber mehr Eigenverantwortung zu Hause und digital.

Aber warum musste es erst eine globale Gesundheitskrise in Form einer Pandemie geben, bevor Schulen als System sich auf den Weg machen, traditionelle Lehr-Lern-Prozesse innovativ und neu zu gestalten und manch eine Lehrkraft ihre Berufung noch einmal ganz neu entdeckte? Und können wir wirklich sagen, dass durch die erzwungene technische Revolution in Schule innovative Lehr-Lern-Praktiken Einzug in die nun auch digitalen Klassenzimmer erhielten? Oder war es vielerorts vielleicht doch nur ein Fortführen des liebgewonnen stoff-zentrierten Frontalunterrichts in digitaler Form?

Wenn wir den Wandel wollen, müssen wir unsere Grundannahmen in Frage stellen

In diesem Artikel möchte ich euch gerne mitnehmen auf eine Reise durch die großen Fragen, die wir uns stellen müssen, wenn wir Bildung wirklich im Kern verändern wollen. Denn auch wenn sich vieles bewegt in unseren Schulen und Bildungseinrichtungen, in uns als Pädagog*innen und Lehrenden, so schlummern in uns doch tiefgreifende Muster, die es anzuschauen und aufzubrechen gilt.

Nicht, um schlecht zu reden was ist und was an vielen Stellen schon voller Enthusiasmus und mit guten Ideen angepackt wird, sondern um aufzurütteln und daran zu erinnern, dass wirklicher Wandel nur dann gelingt, wenn wir immer wieder unsere dahinterliegenden Grundannahmen auf den Prüfstand stellen.

Online Unterricht in der Fortführung des alten Systems?

„Die Schulstunde schlägt. Die Schulkinder kommen. Sie sitzen ruhig auf ihre Plätze. [mundartlich] Der Lehrer kommt. Alle Kinder stehen auf und grüßen ihn. […] Die Kinder setzen sich. Der Unterricht beginnt. Der Lehrer lehrt und befiehlt. Die Kinder merken auf, gehorchen und lernen. Die paar Schulstunden gehen nützlich und schnell vorüber. Die Schule ist aus, und die Kinder gehen ruhig heim. Man sieht, dass der Unterricht gute Früchte getragen hat.“

(Raible 1874)

Dieser Auszug aus einem württembergischen Lesebuch aus dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts könnte ein wenig angepasst sicherlich auch noch zu sehr vielen digitalen Unterrichtspraktiken unserer Zeit passen: 

“Der Online-Kalender auf dem digitalen Endgerät leuchtet auf. Das Online-Meeting beginnt. Die Schulkinder kommen in den digitalen Meeting-Raum. Es ist ruhig. Die Mikrofone sind aus, die einzelnen Bildschirme der Schüler*innen schwarz. Die Lehrkraft teilt den Bildschirm. Der Unterricht beginnt.” Und so weiter und so fort. Auch heute noch erleben wir Unterricht, der sich nicht groß davon unterscheidet. Nicht immer, nicht überall – aber leider noch zu viel. Denn auch heute ist die Vorstellung noch immer weit verbreitet, die Lehrkraft könnte über einen (Lehr)stoff-zentrierten Unterricht Wissen vermitteln und Schüler*innen würden auf diese Weise lernen, was gewünscht ist.

Wir lernen, wenn wir Erfahrungen machen

Tatsächlich wissen wir mittlerweile – nicht zuletzt auch durch die vielen Erkenntnisse aus der Lern- und Hirnforschung – dass das Lernen von Individuen ein sehr komplexer und autonomer Prozess ist. Ob alt oder jung, wir lernen dann nachhaltig, wenn wir eigene Erfahrungen machen können und diese mit den bereits gemachten Erfahrungen und inneren Bilder verknüpfen. Lernen kann deshalb nicht mit speichern gleichgesetzt werden, sondern bedeutet immer die Konstruktion von Neuem. 

Wenn das der Fall ist und wir in der Pädagogik diese Erkenntnis ernst nehmen wollen, müssen wir als Lehrende ebenfalls lernen, umzudenken. Wir müssen und das Lernen von Individuen anders ermöglichen, als bloß Unterrichtsstunden und Klassenarbeiten stellvertretend für die Lernenden zu organisieren.

Wenn der Lernprozess von Lernenden zunehmend selbst und digital gestützt organisiert wird, welche Rolle hat dann noch eine Lehrkraft, die eigentlich dafür ausgebildet wurde, Fachwissen zu vermitteln?

Strukturen aufbrechen und neues wagen

Vor einiger Zeit veröffentlichte ich hier meinen ersten Blogartikel unter der Überschrift „Ist die Pädagogik noch zu retten?“ Es war eine Abrechnung mit dem vorliegenden Bildungssystem und all den in ihm agierenden Akteuren, nein besser noch Dresseuren. Denn ja, die vorherrschende und tief in gesellschaftliche Strukturen verankerte behavioristische Bildungstheorie sorgt für die Aufrechterhaltung bestehender Machtstrukturen und lässt uns evolutionsbedingt als Gesellschaft seit Jahrhunderten auf der Stelle treten. Wie dressierte Elefanten in der Zirkusmanege schaffen wir es nicht, unsere natürliche Freiheit des komplexen Denkens und Handelns zurück zu erlangen.

Natürlich erntete ich dafür auch kritische Stimmen. Und das ist gut so, denn darum ging es mir: Anecken, beflecken, aufmüpfen, Gedanken knüpfen, kritisieren, reflektieren. Ich halte es da mit Bourdieu: Nur durch „contre-dressage“ (Gegendressur) lassen sich tief eingespurte Verhaltens- und Denkmuster „umtrainieren“. Und hartes Training darf gerne auch mal weh tun. Das kenne ich von mir selbst nur zu gut. Ohne an dieser Stelle zu stark auf Bourdieus Habitustheorie eingehen zu wollen, möchte ich hier ein Zitat von ihm setzen: „Dass man hat, was man mag, weil man mag, was man hat.“ Dafür sorgt unser Geschmack, der durch unseren Habitus – unsere Grundhaltung  – geprägt ist. Und so bleibt auch in der Schule noch allzu oft alles beim Alten und Bekannten und so, wie wir es als Lehrende auszuhalten vermögen. Jedoch nicht, wie es auch sein könnte.

In  einer zunehmend komplexeren Welt und nicht vorhersehbaren Zukunft verspielen wir als Gesellschaft das Potential, wenn wir weiterhin an bekannten Strukturen und Machtverhältnissen festhalten und es nicht wagen, dort auszubrechen. Wir verspielen dabei das Abschwächen der globalen Klimakrise, den sozialen Frieden und die Gerechtigkeitsfrage.

Wo also beginnen? Ich meine – bei der Bildung!

Wie steht es in diesem Zusammenhang eigentlich um die Devise: “Aufstieg durch Bildung”?

Bereits im ausgehenden 18. Jahrhundert setzte sich – nicht zuletzt dank der Bestrebungen des Philosophen und Bildungsforschers Wilhelm von Humboldt – ein neues Menschenbild durch:

Ein Mensch ist in unbegrenztem Maße lernfähig und kann sich so geistige und kulturelle Welten erschließen, die seine Herkunftsgebundenheit ins Unendliche überschreiten und erweitern können. Das neue Verständnis von Lernen progressiv denkender Pädagog*innen beruhte nun auf der Förderung von Neugier („Wissbegierde“), Ermutigung und Erfolgszuversicht.

Lernen wurde als selbstständige Tätigkeit („Selbsttätigkeit“) begriffen. Aufgabe der Schule war es, durch eine aufgeklärte Pädagogik für alle Kinder günstige Lernbedingungen zu schaffen. So sollte gewährleistet sein, dass sich alle heranwachsenden Menschen durch das Lernen um den Erfolg und ihren zukünftigen Platz in der Gesellschaft bemühen.

Chancengerechtigkeit durch Bildung

Doch können wir heute wirklich sagen, dass unser Bildungssystem sozialen Aufstieg ausnahmslos fördert und Chancengleichheit gewährleistet? Schon lange ist diese Grundsatzfrage Bestandteil der Bildungsforschung. Einschlägige Forschungsergebnisse sprechen Deutschland kein gutes Zeugnis aus: In kaum einem anderen OECD-Land bestimmt nach wie vor die soziale Herkunft so stark den Bildungserfolg wie hier. Vieles spricht dafür, dass unter anderem ein tradiertes Bildungsideal an dieser Ungerechtigkeit maßgeblich beteiligt ist. Dieses beruht auf dem Behaviorismus und der Vorstellung, gebildet zu sein habe auch etwas mit Exklusivität zu tun, weil es im Kern um die Zweckfreiheit und Vermittlung der klassischen Inhalte geht und Bildung damit direkt  an die kulturellen Hochformen gebunden ist. -. Ist jemand wirklich gebildet, bloß weil er/sie sich selbst und seine/ihre Fähigkeiten als vollkommen wahrnimmt und sich über diese geistige Einordnung über den Rest der Gesellschaft stellt?

Ist es in Anbetracht der globalen Herausforderungen nicht endlich an der Zeit, einen modernen Bildungsbegriff zu etablieren und diesen als Lehrkraft in einer inneren Haltung auch widerzuspiegeln? Das tatsächliche Wissen ist schließlich stets nur die eine Seite der Medaille und hat zudem  eine immer kürzere Halbwertzeit.

Persönlichkeitsbildung für das Leben in einer komplexe Welt

Ein zeitgemäßer Bildungsbegriff könnte sich beispielsweise an der systemisch-konstruktivistischen Bildungstheorie orientieren: “Diese geht davon aus, dass Bildung bzw. Gebildetheit letztlich eine Kompetenzreifung [beschreibt], die mehr umfasst als ein Sichauskennen in Themen, Fachgebieten und Kulturbestandteilen. Bildung wird in ihrem Kern als Persönlichkeitsbildung gedacht, zumal man viel wissen kann, ohne dadurch in seiner Persönlichkeit zu wahrer Selbsterkenntnis, sozialer Resonanzfähigkeit und konstruktiver Gestaltungskraft vorangeschritten zu sein” 

Die Komplexitätsproblematiken von heute und erst recht von morgen verlangen uns  richtig viel ab. Nicht differenzieren zu können oder in einfältigen Formen zu denken und zu handeln, führt in eine Sackgasse der unüberwindbaren Konflikt- oder Problemlösung. In Organisationen, Schulen, der Politik oder gar Familiensystemen erspähen scharfe Beobachter*innen  immer wieder diese “Sackgassenphänomene”, erzeugt durch unreflektierte zwischenmenschliche Interaktion und basierend auf tief verinnerlichten Denk- und Verhaltensmustern.

“Ein Mensch ist lernfähig, aber unbelehrbar”

Natürlich, der Mensch konstruiert sich seine Umwelt selbst. Sein Handeln und Denken fußen auf biographischen Erfahrungen und folgen der Struktur der eigenen Deutungs- und Emotionsmuster. Der Erwachsenenpädagoge Horst Siebert prägte daher den Satz: “Ein Mensch ist lernfähig, aber unbelehrbar”.

Es ist sinnvoll, sich hinsichtlich der Tragweite und Bedeutung dieses Satzes einmal länger Zeit zu nehmen und wirklich in sich zu gehen. Was heißt das jetzt? Für unser Bildungssystem, für unsere Schulen, für unsere Arbeit und unser Lernen?

Wir müssen radikal umdenken und uns befreien von diesem Korsett unserer eigenen Sozialisation. Tief eingeprägte Denk- und Verhaltensmuster lassen sich nicht bloß durch Wissensvermittlung oder mithilfe des faktenbasierten und rational überlegten Argumentes aufbrechen. Dafür sind die inneren menschlichen Logikfolgen mit Blick auf die Hirn- und Emotionsforschung viel zu komplex (vgl. Arnold 2019).

Der Mensch ist aber nicht nur ein Gewohnheits- und Erfahrungstier. Wir Menschen besitzen die Fähigkeit der selbsteinschließenden Reflexion. Diese Fähigkeit wird aber zurückgehalten, solange an Strukturen festgehalten wird, die dies verhindern. Und deshalb ist es wirklich notwendig, dass wir jetzt unser Verständnis von Bildung, sei es in der “Erziehung” des eigenen Kindes, der Schul- und der Arbeitswelt und der Gesellschaft insgesamt (denn Lernen findet immer überall und zu jeder Zeit statt) grundlegend und radikal verändern. Wir müssen die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass wir eine Persönlichkeit mit vielfältigen und mehreren Perspektiven einschließenden Formen des Denkens, Handelns und Fühlens entwickeln. Eine Persönlichkeit, die in der Lage  ist, der Komplexität mit scharfer Logik, emotionaler Kompetenz und schneller Handlungskompetenz zu begegnen und zwar einerseits zu sich selbst, aber auch in der Beziehung zu anderen, damit das “Sackgassenphänomen” keine Chance mehr hat.

Rahmenbedingungen für echte Persönlichkeiten

Warum schaffen Schulen dann aber allzu häufig doch nicht die Rahmenbedingungen für Persönlichkeitsbildung? Ich kann es mir nur so erklären, dass die führenden “Bildungslenker*innen” selbst noch nicht “ausreichend” über diese Art des Denkens verfügen und kümmerlich in ihrer “dressage” ihr Dasein fristen. Zwar wird versucht, mit entsprechenden Methoden die Menschen im System “umzutrainieren”, doch wenn der Mensch nicht springen will, dann will er nicht springen. Hier wird vielmehr das soziale Eigenleben mit den genannten komplexen Logikfolgen von uns Menschen verkannt.

Und wie kommt der Mensch jetzt raus aus dieser Misere? Aus diesen Sackgassenphänomen? Tja, wenn das so einfach wäre. Kann es mehrere Lösungswege geben? Ich denke ja.

Ein erster Schritt könnte aber sicherlich darin liegen, erstmal tief durchzuatmen, inne zu halten und zu entspannen. Es hilft uns allen nicht, wenn wir wie aufgeschreckte Hühner kopflos durch die Gegend rennen, uns gegenseitig Vorwürfe machen oder noch schlimmer: Andere dazu zu zwingen, so zu denken und handeln wie wir selbst.

Schule braucht Raum für Reflexion

Was ist die Aufgabe der Schulen? Auch Schulen als Organisation besitzen die Fähigkeit der selbsteinschließenden Reflexion. Schulen müssen erst einmal erleben, wie das geht und dies anschließend selbst ermöglichen. Sie brauchen Beobachtungs- und Veränderungskompetenz sowie den Mut und das Verständnis, dass alles auch ganz anders gehen könnte.

Sie brauchen die Fähigkeit, sich immer wieder selbst neu zu erfinden. Eine systemisch-konstruktivistische Haltung der in ihr agierenden Akteure ist hierfür grundlegend, weil sie den Weg für offene, kreative und selbstorganisierte Problemlösungen ebnet. Schulen müssten also ein Lernort der Ermöglichung werden, wo Potentiale entdeckt und gefördert werden und Kompetenzen sich entwickeln können. Ich habe die Hoffnung, dass sich immer mehr Schulen auf diesen Weg machen werden oder bereits gemacht haben, um so ein Ort zu werden. Genauso wie sich immer mehr Menschen auf den Weg machen werden, ihre Persönlichkeit im oben beschriebenen Sinne zu entwickeln.

Quo Vadis Lehrer*in?

Und was ist die Aufgabe der Lehrkräfte, wenn Schüler*innen plötzlich ihre Entwicklung selbst in die Hand nehmen? Werden sie dann überflüssig und arbeitslos?

Ganz im Gegenteil. Ihre Berufung, Menschen auf ihrem Weg des selbstorganisierten Lernens zu begleiten, wird in einer immer komplexer erscheinenden Welt zunehmend wichtiger. Denn noch sind längst nicht alle Menschen veränderungswillig und blicken mutig in eine Welt, die es mit den eigenen Stärken und Potentialen zu gestalten gilt. Begleitung, Beratung und ein Blick von außen sind für selbstständig Lernende wichtige Hilfsmittel, um zu lernen und sich persönlich weiterzuentwickeln. Die zukünftige Aufgabe moderner Lehrender wird es deshalb sein, solche Lernumgebungen zu gestalten, die diese Form des Lernens, der Kompetenzentwicklung und persönlichen Weiterentwicklung auf vielfältige, kreative Art und Weise ermöglichen. Der/die Lehrer*in wandelt sich zur Lernbegleitung oder gar einer/einem Designer*in für kreative Lernarrangements. Doch wie kommen wir von dem heutigen Stand in Schulen zu offenen Lernumgebungen, in denen Schüler*innen sich selbstständig Kompetenzen aneignen? Oft sind sich Lehrkräfte diesen Entwicklungen und deren Notwendigkeit für die Zukunft bereits bewusst und trainieren fleißig die “contre-dressage”. Sie entwickeln sich quasi von Gärtner*innen zum Garten- und Landschaftsbauer*innen.

Ein Lernort des Ausprobierens

Das alles braucht allerdings Zeit, viel Übung und vor allem Austausch, Gestaltungswillen und den Mut der radikalen Missachtung, indem Erzeugtes, Festes und Starres immer wieder hinterfragt wird – einschließlich des Selbst.

Mit beWirken wage ich einen Versuch, genau so einen Lernort des Ausprobierens und Missachtens zu kreieren: In einer drei- bzw. sechsmonatigen Ausbildung zur Lernbegleitung, der “Lernbegleiter*innen Journey”. Dabei agiere ich aber nicht als Trainerin im klassischen behavioristischen Sinne. Dafür lerne ich selbst viel zu gerne mit und von anderen. Über (erwachsenen-)pädagogisches Fachwissen verfüge ich natürlich trotzdem, hinterfrage es regelmäßig und bereite es in der Ausbildung auf. Dieses Wissen über systemisch-konstruktivistische Zusammenhänge in der Bildung, gepaart mit einer ethischen Grundhaltung, schaffen das Fundament für wirkliche Weiterentwicklung im Denken und Handeln. Diese Tatsache ernstnehmend, kann die berufliche Weiterentwicklung des pädagogischen Personals hin zu Lernbegleitungen eine Schlüsselrolle in der Transformation von Schulen spielen.

Wer sich als Lehrkraft oder auch Weiterbildner*in in anderen Organisationen auf diesen Weg machen will, den möchte ich einladen, dieses Wagnis einfach mal mit mir auszuprobieren.

Die Lernbegleiter*innen Journey

Während ihr euch selbstbestimmt zur gemeinsamen Ausbildung inhaltlich vorbereitet und Probleme aus eurer Praxis einsammelt, kreiere ich einen Ort, der es uns ermöglicht, in die gemeinsame Interaktion zu kommen und in der Kollaboration kreative Lösungen zu finden, um uns persönlich weiterzuentwickeln. Dieser Raum ermöglicht es uns, das pädagogische Wissen anzuwenden und Kompetenzen zu entwickeln. Für mich hat im Lern- und Entwicklungsprozess das Soziale eine immense Kraft, weshalb die Kollaboration und der gegenseitige Austausch bei der Erarbeitung realer Praxisprobleme einen zentralen Platz in der Ausbildung einnehmen.

Um die angesprochenen Punkte nicht nur im Rahmen dieser Ausbildung in die Praxis zu transferieren, begleiten wir auch im Rahmen unserer anderen Angebote Schulen und Lehrkräfte in Entwicklungs- und Transformationsprozessen. Bei Interesse ruf uns an, oder schreibt uns eine E-Mail.

Also, worauf warten wir dann noch? Beginnen wir doch einfach, die Zukunft zu schreiben! Den Link zur Ausbildung zur Lernbegleitung findet ihr hier.

Literatur

  • Arnold, R. (2019): Wie man wird, wer man sein kann: 29 Regeln zur Persönlichkeitsbildung. Carl-Auer Lebenslust
  • Ch. Raible (1874) Lesebuch für Volksschulen, 1. Schuljahr. Selbstverlag. Wäschenbeuren, Württemberg, S. 16 
  • Ulrich Herrmann für bpb.de CC BY-NC-ND 3.0 DE https://www.bpb.de/gesellschaft/bildung/zukunft-bildung/170980/geschichte-des-lernens-mit-lehre

Über die Autorin

Franzis Vision ist, das klassische Bildungssystem zu revolutionieren. Nach ihrem Staatsexamen für das gymnasiale Lehramt musste Sie feststellen, dass sie in diesem Umfeld keine Mitstreiter*innen finden würde. So verabschiedete sie sich von konventionellen und wissenschaftlich veralteten Lerntheorien, um sich fortan in der Erwachsenenbildung mit der Lern- und Hirnforschung sowie systemischen Pädagogik auseinanderzusetzen. In unseren beWirken Journeys macht sie Lernen zu dem, was es eigentlich ist: Ein individueller, lebenslanger Prozess, der auf Freude an Entwicklung und am (Neu-)Entdecken beruht.

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