Was uns Fridays for Future für ein besseres Schulsystem lehren kann.

Jugendliche als Vorbild für die moderne Schule

Immer wieder gibt es Reformen innerhalb der Bildungspolitik, immer wieder werden Schulen dazu aufgefordert ihre Lehrpläne zu verändern, doch was hat sich in den letzten Jahrzehnten im Schulsystem wirklich geändert?

Kinder und Jugendliche sitzen stundenlang an Tischen, bekommen Wissen vorgelegt, wiederholen dieses und sollen gegebenenfalls noch einen Transfer zu ähnlichen Problemen und Situationen herstellen. War das Grundprinzip vor 50 Jahren anders? Gruppenarbeiten werden als moderne Methoden und die Nutzung von Smartboards anstelle von Tafeln als moderne Medien dargestellt. Die Veränderung muss jedoch viel größer gedacht werden und nicht nur die Wissensvermittlung als solche im Kleinen verändert werden. 
Solange weiterhin am Ende eine Wissensabfrage in Form von schriftlichen und mündlichen Prüfungen steht, hilft es nichts von Kompetenzen, statt Inhalten zu sprechen. Doch wie können wir das Ziel der Schule so umdefinieren, dass es wirklich um ein Lernen fürs Leben und nicht für Prüfungen geht?

Freiräume statt Wissensabfrage

Hierbei geht es um mehr als nur um die Fragestellung welche Schulfächer angeboten werden sollten, sondern um die Anerkennung der Bedürfnisse und Wünsche der heranwachsenden Menschen. Kinder sind von Klein auf interessiert an ihrer Umgebung, sie wollen verstehen wie und warum Dinge um sie herum funktionieren. Nachdem sie mehrere Jahre in der Schule verbracht haben, verlieren sie jedoch dieses Grundbedürfnis und stumpfen unter der Wissensflut ab. Daher ist es wichtig sich endlich der Frage zu stellen, wie wir Kinder und Jugendliche auf ihrem individuellen Weg begleiten können. Dies bedeutet, dass wir Erwachsene aufhören zu entscheiden welches Wissen wichtig ist und stattdessen die jungen Menschen dabei unterstützen interessengeleitet eigene Themen zu finden.

Wissensabfrage oder mündige Bürger*innen

Die Schule hat den Auftrag mündige Bürger*innen auszubilden. Warum also sollten wir uns die politische Bewegung wie Fridays for Future nicht zum Vorbild machen. Anstatt sich über den zivilen ungehorsamen der Schüler*innen zu beschweren, sollten wir versuchen für alle Kinder und Jugendliche Freiräume zu öffnen, die ihnen ermöglichen sich für ihre eigenen Themen zu engagieren. Diese Art von Lernen kann zum Beispiel als projektbasiertes Arbeiten geschehen, worüber mehr als nur Wissen, sondern auch soziale, politische und unternehmerische Kompetenzen gestärkt werden.wie 

Fridays for Future

Die Bewegung Fridays for Future kann uns hierbei wertvolle Einsichten geben. Von Beginn an haben sich viele Erwachsene – egal ob Lehrkräfte, Eltern oder sogar Politiker*innen – gegen die Jugendbewegung ausgesprochen. Es würden wichtige Inhalte in der Schule verpasst werden, die Jugendlichen wollen eh nur schwänzen und sie sollen solche Themen den (gebildeten) Erwachsenen überlassen. Doch ist nicht genau dieses Engagement der Jugendlichen ein Zeichen dafür, dass sie verstanden haben sich für Themen, die ihnen wichtig sind, einzusetzen? Um sich bei Fridays for Future engagieren zu können müssen die Kinder und Jugendlichen sich selbst organisieren, mit Klimaschutz und verwandten Themen beschäftigen und dazu lernen, rhetorische Fähigkeiten gegenüber Gegnern beweisen und für ihre eigene Meinung einstehen. Diese Kompetenzen werden sie für ihr Leben mitnehmen. Auch wenn am Ende des Schuljahres keine Prüfung das Engagement, das gewonnene Wissen in diesem Bereich und insbesondere die eigenen Erfolgserlebnisse abprüfen wird, werden die Jugendlichen für ihr weiteres Leben gestärkt nach Hause gehen. All das kann das derzeitige Schulsystem und das Zeugnis, dass am Ende des Schuljahres steht nicht widerspiegeln

Schools for Future - Das Bildungssystem nachhaltig verändern

wir möchten nun die Schools For Future Bewegung kurz vorstellen, die sich genau dieser Herausforderungen annimmt und versucht alternative und effektive Lehrmethoden darzustellen.

Schools For Future Ist eine Initiative, die die Bildung nachhaltig verändern möchte. Schule ist Ausgangspunkt und Lernort für genau solches Engagement, wie das der “Fridays for Future” Bewegung. 

Wir als Schulen und Mitglieder der Schulfamilien (Bildungsinitiativen) stehen für konsequente Maßnahmen um auch den Schulalltag Umwelt- und Klimaschonend zu organisieren und unterstützen daher die Forderungen der “Fridays for Future” Bewegung. 

Wir gehen aber noch einen Schritt weiter und sehen Schule als Ort der Veränderung und Entwicklung, hin zu Lernmodellen und Freiräumen. Diese sollen den komplexen gesellschaftlichen Herausforderungen und damit auch den diversen Berufsbildern und Entwicklungspfaden junger Menschen gerecht werden.

Modellschulen und Freiräume in öffentlichen Schulen

An vielen Orten gibt es bereits Modellschulen, die versuchen das Schulsystem innerhalb ihrer Möglichkeiten zu ändern. Das Netzwerk Schulen im Aufbruch strebt eine ganzheitliche Transformation an, um die Bedürfnisse der Schüler*innen kontinuierlich miteinbeziehen zu können. Die Initiative Neues Lernen entwickelt individuelle, innovative und umsetzbare Lösungen für die konkreten Fragestellungen einer Schule erarbeitet, die ihrem Standort und den Anforderungen und Bedürfnissen der Menschen an dieser Schule entsprechen. Methodische Grundlage sind die Innovationsmethode Design Thinking sowie diverse erfolgreich erprobte Kreativitäts- und Innovationstechniken. 

Diese und andere sogenannten Leuchtturmschulen tragen im Kleinen zum gesellschaftlichen Wandel bei, werden jedoch von politischen Entscheidungsträgern in der Bildungspolitik nicht wahrgenommen. Daher ist es wichtig auch in öffentlichen Schulen Projekte anzustoßen, die Jugendliche in ihrem Engagement ernst nehmen, unterstützen und auf Augenhöhe auf ihrem eigenen Weg begleiten. beWirken bringt das nötige Wissen und Material mit und arbeitet mit den Lehrkräften und Sozialarbeiter*innen vor Ort, um genau diese kleinen Veränderungen anzustoßen und gemeinsam Großes zu bewirken. 

BeWirken nutzt ebenfalls die moderene Methode des Desings Thinkings, um in Oberschulen Ideen und Projekte mit Schülern zu entwickln. Wobei die Schüler zu 100% an ihreren eigenen Ideen arbeiten und die Bewirken Trainer nur den Rahmen bieten und die Schüler mit Methoden befähigen. Mit den über 45 Trainer*innen die beWirken seit 2017 in einer 5 moduligen Ausbildung geschult haben, können wir an Schulen bundesweit tätig werden. Auch haben wir bereits Lernvideos und Unterrichtsmaterial getestet, wie beispielsweise unsere  die Demokartie Box, die mit Design-Thinking Elementen hilft, Projekte auf die Beine zu stellen. Wenn du mehr zu unser Projektarbeit erfahren willst, dann schaue dir doch unser Video zur ProjektChallenge an.

Wenn auch du merkst, dass an deiner Schule oder in deiner Stadt Jugendliche mehr in ihrem eigenen Handeln und ihren eigenen Interessen unterstützt werden sollten, dann kontaktiere uns

Aline ist Mitgründerin des Social-Start-Up beWirken und hat Gymnasiallehramt studiert. Während ihrer Ausbildung konnte sie das Schulsystem aus verschiedenen Perspektiven neu kennenlernen und hinterfragen. Die Erkenntnisse aus ihren Unterrichtserfahrungen zeigten ihr, dass viel zu selten die Kinder und Jugendlichen im Blickpunkt der Schule und Bildungspolitik stehen.

Wenn du interesse hast, dass auch an deiner Schule Projekte von beWirken durchgeführt werden, dann trage doch deine Schule ein und wir führen Projekte bei Euch durch!

Klingt interessant? Dann melde dich jetzt!